Einst kniete ein Mensch vor dir nieder ...Max Dauthendey
Einst kniete ein Mensch vor dir nieder.
Aus seinen Augen flogen schwarze klagende Vögel,
Umzogen dich flehend mit ihren Liedern.
Du gingst vorüber.
Once a man kneeled down in front of you ...
Once a man kneeled down in front of you.
Out of his eyes flew black wailing birds,
Revolving you entreating with their songs.
You passed.
Melancholie des Abends
Georg Trakl
Der Wald, der sich verstorben breitet -
Und Schatten sind um ihn, wie Hecken.
Das Wild kommt zitternd aus Verstecken,
Indes ein Bach ganz leise gleitet.
Und Farnen folgt und alten Steinen
Und silbern glänzt aus Laubgewinden.
Man hört ihn bald in schwarzen Schlünden -
Vielleicht, daß auch schon Sterne scheinen.
Der dunkle Plan scheint ohne Maßen,
Verstreute Dörfer, Sumpf und Weiher,
Und etwas täuscht dir vor ein Feuer.
Ein kalter Glanz huscht über Straßen.
Am Himmel ahnet man Bewegung,
Ein Heer von wilden Vögeln wandern
Nach jenen Ländern, schönen, andern.
Es steigt und sinkt des Rohres Regung.
Evening Melancholia
The forest, it is setting dead -
With shadows around it, like hedges then.
Quivering deer appears from den,
Yet a creek quietly slides its bed.
Follow fern and ancient stones
Silver shining from leaves netting.
You hear it soon in black gorge setting -
Mayhap, that also stars shine lones.
The dark plan seems to be without proportion,
Scattered houses, marsh and mere,
And something feigns a fire there.
Cold shine flits the streets distortion.
In the sky you guess the move,
Wild birds army marching spells
To those countries, lovely, else.
It falls and rises the reeds grove.
In den Nachmittag geflüstert
Georg Trakl
Sonne, herbstlich dünn und zag,
Und das Obst fällt von den Bäumen.
Stille wohnt in blauen Räumen.
Einen langen Nachmittag.
Sterbeklänge von Metall;
Und ein weißes Tier bricht nieder.
Brauner Mädchen rauhe Lieder
Sind verweht im Blätterfall.
Stirne Gottes Farben träumt,
Spürt des Wahnsinns sanfte Flügel.
Schatten drehen sich am Hügel
Von Verwesung schwarz umsäumt.
Dämmerung voll Ruh und Wein;
Traurige Guitarren rinnen.
Und zur milden Lampe drinnen
Kehrst Du wie im Traume ein.
Whispered into afternoon
Autumnal sun, frail too soon,
From trees the fruit are falling.
Silence in blue is stalling.
For a long afternoon.
Sounds of metal death aggrieves;
A white animal collapses.
Rugged tunes of tawny lasses
Are blown away in falling leaves.
Spirit godlike color dreams,
Feels the gentle wings of madness.
Shadows on the hill twist sadness
Black in rotten seams.
Twilight full of rest and wine;
Sad guitars are gently flowing.
To mellow lamp inside that's glowing
You retire like in dream divine.
Gewaltig endet so das Jahr Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten. Rund schweigen Wälder wunderbar Und sind des Einsamen Gefährten.
Da sagt der Landsmann: Es ist gut. Ihr Abendglocken lang und leise Gebt noch zum Ende frohen Mut. Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.
Es ist der Liebe milde Zeit. Im Kahn den blauen Fluss hinunter Wie schön sich Bild an Bildchen reiht - Das geht in Ruh und Schweigen unter.
Misty-Eyed Fall
So tremendous this year ends
With golden wine and fruit from gardens.
In magic, woods around are still
And are the lonesome people pardons.
The landman there says: It is right.
You eve'ning bells ring long and quiet
Give glad courage still for fight.
A flock of birds greets in riot.
It is the mellow time of love.
In barge downstream the blueish river
How nicely scene to scene thereof -
Is drowned by rest and silence shiver.